Asylbewerber bedankten sich mit einem üppigen Festmahl bei ihren Helfern


Im Herbst 2015 sind die ersten Flüchtlinge im Marktort dezentral in Häusern oder Wohnungen einquartiert worden. Heute sind es 43 Personen, fast nur syrische Familien, die hier Zuflucht gefunden haben. Um ihnen das Eingewöhnen in die ihnen fremde deutsche Gesellschaft zu erleichtern, betreut sie ein Helferkreis engagierter Bürger. Jetzt luden die Asylbewerber ihre „guten Geister“ als Dank zu selbst gekochten landestypischen Speisen ein.

Es war ein üppiges Mahl, das in den Bürgerstuben auf die Helfer und Hauspaten am späten IMG_1837IMG_1854Donnerstagnachmittag wartete. Kein Wunder, war der Küchenchef doch ein berufsmäßiger Koch. Rashed, so sein Name, zauberte in der Küche des früheren Restaurants Köstliches, unterstützt von Vater, Mutter, Schwester und anderen Familien. Der Platz dort wurde bald knapp, sowohl für die schon fertigen Gerichte wie für das große Kochteam. Wer sich dennoch neugierig in die Küche wagte, wurde schnell zum Tester. Mund auf, ein Häppchen rein. Erwartungsvolle Gesichter. Daumen hoch: Wunderbar. Strahlende Gesichter. Ein Teil der Kommunkation funktionierte auch auf Deutsch oder Englisch, ganz ohne Übersetzer. Der fehlte allerdings, wenn es um die Namen von Gerichten ging. Lammfleisch, Hühnchen, Auberginenmus, eine delikate Granatapfelsoße, das ließ sich erschmecken. Aber leider nicht alles. Dennoch.

Die fröhliche Atmosphäre zunächst in der Küche und dann beim Schmaus, als Helfer, HauIMG_1874spaten und Flüchtlinge bunt gemischt an den überquellenden Tischen saßen, lachten und schwatzten, ließ vergessen, warum sie geflüchtet waren. Für den fremden Beobachter tafelte hier eher eine wahre Großfamilie, die sich prächtig unterhielt und das Essen genoss.

Die ersten Vorbereitungen hatten schon am Mittwoch begonnen. Eine Männer- und eine Frauengruppe, je begleitet von einer Helferin, hatte beim türkischen Händler in Erlangen die Zutaten für das Festessen mit landestypischen Speisen eingekauft. Bis tief in die Nacht hatte Rashed dann in den Bürgerstuben vorgekocht. Die Frauengruppe agierte ähnlich, aber Zuhause. Natürlich hatten sie alle zu viel gekocht. Welch glücklicher Zufall, dass in den Schränken des alten Lokals viele Tiegel und Gefäße standen. Denn die konnten  die Helfer nun voll gefüllt mit Nachhause nehmen und am nächsten Tag genießen. Nichts sollte von den Leckereien umkommen.

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War in der Küche Hochbetrieb, so blieb diesmal  die Kegelbahn  geschlossen. Die Kinder unterhielten sich beim Spiel an den Tischen dennoch prächtig mit etlichen Helfern im Großelternalter. Ihre Eltern konnten sich derweil über die Erfahrungen zum Alltag im Marktort und Umgebung austauschen. Zum Deutschkurs, den die VHS bis Juni von Montagbis Freitag in der Grundschule anbietet oder über manch deutsche Regel, die sie im Video zu den deutschen Verhaltensweisen gesehen haben. Die Leitung des Helferkreises hatte es als Integrationshilfe besorgt.

Für manche war dies durchaus wichtig und hilfreich. Denn eine Flüchtlingsfamilie gilt bereits als anerkannt, braucht also eine Wohnung auf dem freien Markt. Anders ist es bei einem der vier allein geflüchteten Männer. Seine inzwischen nachgekommene Frau lebt mit den Kindern im nahen Auffanglager. Er kann sie nur tagsüber besuchen. Sie alle benötigen weiter die so wichtige helfende Unterstützung, sich in die Gesellschaft integrieren zu können.

Das wusste auch Rashed. Und so verlas er gegen Ende in rührender Weise den Dank aller an die „Stadt Weisendorf, der die Flüchtlinge mit diesem Essen ein kleines Geschenk geben wollten“.

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