„Kabelschneider“ waren am Werk


Was es bedeutet, in unserer digitalen Welt plötzlich ohne Internet und Telefon dazustehen, haben am Donnerstag, Freitag und zuweilen noch länger zahlreiche Bürger, Geschäftsleute und Betriebe in Weisendorf erfahren müssen. Denn in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag waren an den momentanen Baustellen zum Breitbandausbau „Kabelschneider unterwegs“. So stellte der Bauleiter der von der Telekom mit der Kabelverlegung zum Breitbandausbau beauftragten Tiefbaufirma Demir fest. Zwei Hauptleitungen waren durchschnitten und zwei Kabelverteilerschränke aufgebrochen worden. Als Folge waren große Bereiche des Marktorts betroffen. Die Telekom reagierte schnell. Entsandte noch in der Nacht eigene Montagetrupps, beauftragte die von Demir und zusätzlich welche der OFM-Gruppe, einem Spezialisten für den Ausbau von City-Netzen. Die ganze Nacht hätten sie durchgearbeitet, so die Auskunft des Bauleiters von Demir. Und dass zuweilen mal Telefon, mal Internet funktioniert hätte und dann wieder nicht, hing  mit den notwendigen Umschaltungen während der Arbeiten zusammen. Was übrigens auch bei den noch länger andauernden Arbeiten in anderen Straßenzügen kurzfristig durchaus mal  passieren könnte.

Am Donnerstag jedenfalls beseitigte der OFM-Trupp zuerst die Schäden am Verteiler beim Kreisel im Gewerbegebiet. Die benachbarten großen Betriebe sollten schnellstmöglich  wieder ans digitale Netz kommen. Während REWE-Markt und Poststelle später von einem reibungslosen Geschäftsverlauf berichteten, hing bei NORMA nebenan noch Freitagmittag ein Hinweisschild an der Eingangstür, wonach weiterhin die Kartenzahlung nicht möglich war. Auch im Ortskern war am Donnerstag das Geschäftsleben beeinträchtigt. Die Pizzeria Cardelli konnte nicht die just Donnerstagmittag üblichen telefonischen Bestellungen aufnehmen, die Banken waren lahmgelegt. Geldautomat, Kontoauszüge, Überweisungen sie funktionierten nicht. Nur an dem in der Not schnell eingerichteten Schalter der Kreissparkasse gab es Bargeld – aus dem Tresor. Die Arztpraxis war ohne aktuelle Laborergebnisse, ohne Telefon, auch für einen möglichen Notruf nicht erreichbar. Zumindest wenn kein Handy in der Nähe gewesen wäre.

Am Freitag lief am Marktplatz dann alles wieder seinen gewohnten Gang. Bis auf die Raiffeisenbank gegenüber, denn die war geschlossen. Tags zuvor am Donnerstag war Herzogenaurachs Polizei nochmals im Marktort aktiv. Sie machte jene Geschäftsleute, die eine Alarmanlage installiert hatten, vorsorglich darauf aufmerksam, dass beim Ausfall des Telefons auch die Alarmanlage lahm gelegt war. Ein wichtiger Hinweis, so fand der ebenfalls betroffene Apotheker.

Dass  es sich bei den Kabelschneidern weder um  die Vorbereitung eines Einbruchs, noch um einen Dummen Jungen-Streich gehandelt habe, sondern um eine Aktion der Konkurrenz, wie dies die Polizei vermutete, diese wollte man bei der Firma Demir nicht glauben. So groß sei der „Konkurrenz-Druck“ schließlich nicht. Auch die Telekom soll eher potentielle Einbrecher vermutet haben. Egal wer der oder die Täter waren, sie haben nach Einschätzung der Tiefbaufirma einen Schaden von mindestens 10.000 Euro angerichtet.

Zahlreiche Bürger, besonders im Südosten des Orts, waren am gestrigen Freitag noch immer ohne digitalen Zugang. Teils auch sehr verärgert, vermuteten sie in der Telekom die Schuldige. Denn bisher wussten nur wenige von der zerstörerischen Attacke auf Hauptkabel und Verteilerschränke. Mit deren Reparatur waren am Freitag bei strömendem Regen noch die Montagetrupps beschäftigt, jetzt in der Erlanger Straße. Ob sie bis zu ihrem Feierabend auch dem Rathaus und der Schule wieder Zugang zum Internet – Telefon funktionierte- verschafft haben, das war telefonisch nicht zu erfragen. Die Schließungszeiten im Rathaus kamen dazwischen.

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