Am Ehrenamt Interessierte zusätzlich gesucht


IMG_0739.JPGDas frühere Jugendbüro hat heuer als Amt für Freizeit und Kultur weitere Aufgaben bekommen. Jetzt mit einer zweiten Fackkraft besetzt – die Stellen sind mit je einem 30 Stunden-Vertrag ausgestattet – luden die beiden Sozialpädagoginen zum Ehrenamtstag, auf neue Ideen und Engagierte hoffend.

Die Arbeit im Ehrenamt brächte die Gesellschaft voran, hatte Heinrich Süß, Erster Bürgermeister und Hausherr eingangs zur Veranstaltung im Rathaus in seinem Grußwort gesagt und allen schon bisher ehrenamtlich Tätigen gedankt. Ziel des von ihm Anfang 2015 thematisch erweiterten Amts für Freizeit und Kultur sei es nun, Bürger und gesellschaftliche Gruppen zusammen zu führen und zu integrieren. Dies war auch die Grundidee des staatlich geförderten Projekts MGH, dem MehrGenerationenHaus, dessen Förderung Ende 2014 auslief. Um die bisherigen Angebote aufrecht zu erhalten, hat die Gemeinde das Lokal „Bürgerstuben“ in der Mehrzweckhalle zur Verfügung gestellt und teils die Finanzierung übernommen.

Zum „Ehrenamtstag“ im Rathaussaal hatten die beiden Jugendpflegerinnen Miriam Flock und Gudrun Reiß geladen. Voller Hoffnung und auch  im Amtsblatt veröffentlicht, um einen großen Personenkreis zu erreichen, aus dem sich potentielle neue Ehrenamtliche rekrutieren ließen. Dazu auch neue Ideen und Vorschläge. Gekommen jedoch waren fast nur jene, die sich schon seit vielen Jahren ehrenamtlich engagieren – im Seniorenbeirat ab 2005, im WeiSenTreff ab 2006, als Behindertenbeauftragter 2008, ab 2008 im sich allmählich entwickelnden MGH, in den bewährten Wander- und Fahrradgruppen.

Besonderes Anliegen der Sozialpädagoginnen warz u Beginn, zahlreich benötigte Fahrer anzuwerben, die den schon länger geplanten, aber noch nicht bestellten Bürgerbus chauffieren sollen. Denn bisher haben sich dazu keine Ehrenamtlichen, ob jung oder alt, finden lassen. Bis zu acht Personen könnten sie zu Veranstaltungen und Einkäufen im Ort und in der Region transportieren, so die Idee. Ein besonderer Führerschein sei nach Aussage aus dem Rathaus nicht erforderlich. Und Sorge um die Haftung müsse sich dabei kein Fahrer machen, denn bei einem Unfall während der Ehrenamtstätigkeit träte dann der Staat dafür ein. Auch wenn eine Gruppe im Privatauto ehrenamtlich unterwegs wäre, würde die Gemeinde den Rabattverlust des Fahrers bei der Versicherung übernehmen. Und dann gab es noch den Hinweis zur Ehrenamtskarte, die manchen Vorteil brächte. Um es vorweg zu nehmen. Die vom Amt ausgelegten Listen, in die sich am Ehrenamt Interessierte nach der Veranstaltung hätten eintragen sollen, bleiben leer.

Was über die Jahre geleistet worden war, dazu berichteten anschließend jeweils die Vertreter der verschiedenen jetzt im Amt erfassten, jedoch weiterhin selbstständigen Bereiche. Ingrid Steidl, für die ehemals erfolgreiche Bibliothek im MGH am Sauerheimer Weg verantwortlich, hat seit dessen Ende nur wenig Raum im Foyer des Rathauses zur Verfügung. Ihr Wunsch: Mehr Platz für den noch ausgelagerten Bestand und auch zeitgemäße Bücher, solche in englischer Sprache und besonders auch Hörbücher. Gerhard Freunscht, Behindertenbeauftragter, kümmert sich seit 2008 engagiert um die Sicherheit von Behinderten im öffentlichen wie privaten Raum und um ihre Rechte. Das Freizeitamt selbst präsentierte sich mit zahlreichen Reisen und Ausflügen für Jung und Alt und dem Ferienprogramm. Es war anschließend der Auslöser, dass sich eine Mutter und ein Großvater animiert gefühlt hatten, sich künftig mit eigenen Aktivitäten einzubringen. Hans Kreiner, Vorstand der Theatergruppe, agiert seit Jahrzehnten zur Freude aller zuverlässig in den örtlichen Kindergärten und seit drei Jahren auch in der Schule als Nikolaus. Doris Tietjen, Ex-Leiterin des MGH, sah noch erheblichen Ausbaubedarf bei den Aktivitäten in den Bürgerstuben. Dazu wären aber Fahrer notwendig, eventuell jüngere. Sie lobte die lange erfolgreich geführte Betreuung von ausländischen wie einheimischen Kindern bei den Hausaufgaben. Jenes Angebot, das vom Freizeitamt in Regie genommen wurde und jetzt von ihm zeitlich gekürzt angeboten wird, sollte deutlich stärker besetzt sein. Dies unterstrich auch Norbert Fischer, der einzig übrig gebliebene der bis vor kurzem über viele Jahre aktiven Garde an Hausaufgabenbetreuern. Weitere Unterstützung sei gefragt, wenn möglich von Jugendlichen, denn die nähmen die Schüler besonders gut an.
Inge Muggenhöfer bräuchte für die Arbeit des WeiSenTreffs an Montag und Dienstag ebenfalls Verstärkung. Auch die Ehrenamtlichen würden allmählich älter, konstatierte sie. Deshalb regte Doris Tietjen an, in Kindergärten und Schule für jüngere Unterstützung zu werben. Was wiederum Johanna Rath unterstrich, deren bewährtes Tanzen im Sitzen am Donnerstag so nachgefragt ist, so dass sie eine zweite Gruppe bilden möchte. Voraussetzung wäre aber, dass der/die Interessierte ein Kurzseminar absolviert. Die langjährigen Aktivitäten des Seniorenbeirats umriss Jutta Kattner. Von Notfallmappe zur Vorsorge für Alter und Tod, Sprechzeiten im Rathaus über vergnügliche Termine bis zum Umgang mit Tablets, was vor Ort kaum angenommen würde, ging ihr Rapport. Zudem unterstützte auch sie die Bitte um weitere Helfer.

Wolfgang Dempf berichtete von seiner 12 bis 20 Personen zählenden Wandergruppe, die seit Jahren einmal im Monat etwa 15 Kilometer bewältigt, während sich eine zweite Gruppe auf 3 bis 5 Kilometer beschränkt. Und Erwin Hertlein verwies auf seine Fahrradgruppe, die immer auf einer Strecke von 20 bis 30 Kilometern unterwegs, stets auch eine Gastwirtschaft oder einen Keller ansteuert. Neben all den Angeboten, die bereits seit Jahren laufen und fast alle weiterhin in Eigenregie geführt werden, auch was die Finanzierung anbetrifft, stellte Dietmar Ströbel dann den Förderverein MGH vor. Erst 2013 und damit kurz vor dem Ausbleiben der staatlichen Förderung gegründet, sei es jetzt das Anliegen, die Angebote des Ex-MGH zu unterstützen. Angebote also, die alle Generationen erfassen, um ein „Mehrgenerationen-Verhältnis“ zu entwickeln. Ein Geben und Nehmen, ganz so, wie es in der Großfamilie früher üblich war.

Lesen Sie dazu den Kommentar in der Kategorie „Meinung“

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