„Fränkisch Dunkel“ aus Reuth siegte


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Erneut gab es für zwei begeisterte Bierbrauer einen mittelfränkischen Sieg bei den 20. Deutschen Haus- und Hobbybrautagen. Letztes Jahr erst hat Matthias Walz aus dem Weisendorfer Ortsteil Reuth bei den bundesweiten Haus- und Hobbybrautagen“ im Rheinland das beste „Dortmunder Export“ eingereicht. Heuer war der Mittelfranke erneut die Nummer Eins. Im oberfränkischen Kulmbach mit einem „Fränkisch Dunkel“. Herbert Herbig, sein Stiefvater, hat zudem in derselben Kategorie den zweiten Platz belegt.

Diesmal hatten sich beide bei den drei heuer zur Auswahl stehenden Sorten auf das Brauen von „Fränkisch Dunkel“ und „Irish Stout“, eine Art Guiness Bier, konzentriert. Bei letzterem erreichte Matthias Walz den 9. Platz. Wodurch sich eigentlich sein prämiiertes „Fränkisch Dunkel“ von dem des Stiefvaters unterschied? Probieren und experimentieren doch beide gemeinsam im ihrer „kleinen Brauerei“ im großen Garagengebäude. „Die andere Schüttung war es“, schmunzelt Matthias Walz, also die Zusammensetzung der unterschiedlichen Malze. Zur Bier-Prämiierung vom 9. bis 11. Oktober in Kulmbachs „Kommunbräu“, dem Veranstaltungsort, hatten die zwei Hobbybrauer je fünf Halbliter-Flaschen in beiden Kategorien eingereicht. In der Vorverkostung der Biere entschied die Jury allein zu Schaum und Farbe. Die eigentliche Verkostung, an der auch alle Hobbybrauer teilnehmen, ist eine sogenannte Blindverkostung. Denn die Gläser sind verdunkelt. Sein Bier habe er dennoch erkannt, verrät Matthias Walz – des besonderen Malzes wegen. Ohne dass sich dies auf das Ergebnis ausgewirkt habe. Denn beste und schlechteste Wertung zählen nicht.
Besonders dieses Malz, das er von Klostermalz Frauenaurach bezieht, habe seinem „Fränkisch Dunkel“ jenes Alleinstellungsmerkmal verliehen, das mit zum Erfolg geführt hat. Malzmeister Matthias Ströbel hatte ihm dazu geraten und zu etwas Spezialsalz, was sich bei der Verkostung dann gezeigt habe. Zu einem hervorragenden Bier gehört natürlich auch eine besondere Hefe. Nach dem Motto „Der Brauer macht die Würze, die Hefe macht das Bier“, unterstützt Kitzmann Bräu Erlangen seit Beginn an den Hobbybrauer mit Hefe von bester Qualität. Was natürlich ebenfalls zum guten Geschmack beiträgt, ist Walz überzeugt. Dennoch. Was letztendlich zum erfolgreichen, besonderen Bier führt, sind Talent und Gespür. Dies bescheinigt ihm sein Stiefvater, der es „Braugeschick“ nennt. Denn das Verhältnis von Malz zu Wasser und Hefe muss genau berechnet werden, um die benötigte Menge zu produzieren. Die Dauer von Gärung und Lagerung muss ebenfalls stimmen. Und zu viel Stammwürze kann heftigen Schaum zur Folge haben oder sogar explosives Spritzen. „Er hat ein Händchen“, wiegelt der Stiefvater zu diesen möglichen Problemen ab. In der Tat experimentieren die beiden nicht sonderlich viel. Wer sollte es trinken? Also produzieren sie nur regelmäßig für den Eigenbedarf oder für einen guten Zweck auf Spendenbasis. So wie am letzten Wochenende, als der Obst- und Gartenbauverein sein Herbstfest feierte. In dessen Erlös, der heuer an Weisendorfs Kindergärten geht, steckte auch jener der Hobbybrauer, die süffiges Märzen Bier verkauft hatten.
Durch den OGV ist Matthias Walz einst zum Bierbrauen gekommen. 2006, beim 100-jährigen Jubiläum des Vereins hatte Franz König aus Langensendelbach und Gründungsmitglied des „Vereins zur Förderung der Fränkischen Braukultur“ mit seiner Brauvorführung den entscheidenden Impuls gegeben. Zuerst hatte Walz Literatur besorgt, dann sich 2009 in Langensendelbach informiert, hinterher die ersten Gerätschaften besorgt. 2012 begannen Vater und Sohn richtig zu brauen. Inzwischen haben sie eine stattliche Ausrüstung, allerdings auf „Hobbybrauer-Niveau“, untertreibt Walz. Denn er, ein gelernter Maschinenbauer, hat vieles selbst hergestellt, sogar eine Flaschenreinigungsmaschine. Daneben stehen Braukessel, Kühlschrank und Kühlspirale, Schrotmühle und eine ganze Reihe blitzblanker Bottiche. Sogar eigenen Hopfen hat er dieses Jahr erstmals neben dem „Brauhaus“ angebaut und ihn unmittelbar zu Märzen Bier verarbeitet. Ansonsten bezieht er Hopfen und Malz.
Was bei ihm aber nicht „verloren“ ist, wie eine Redensart es nennt. Sondern bei ihm werden Hopfen und Malz zu prämiiertem Bier.

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