Baumaufstellen war der Höhepunkt eines vergnüglichen Kirchweihnachmittags für die Burschen und Madla


Heiß war es, über 34 Grad. Besonders für jene Zuschauer, die das Spektakel in der Sonne sitzend beobachteten. Auch die Ortsburschen haben geschwitzt, bis die lange schmale Fichte aus dem Wald geholt war und am Nachmittag dann auf dem Festplatz ins vorbereitete Loch rutschte. Im Vergleich zum letzten Jahr in einer sensationell kurzen Zeit.

Damals stand die Kirchweihfichte erst nach über zwei Stunden fest und sicher im Loch. Grund waren die nicht passenden Schwalben zum Aufrichten. Der Stamm war zu dick. Heuer hatte Bürgermeister Süß, der 2014 erstmals das Aufstellen geleitet hatte, vorausschauend agiert. Und vorab gemeinsam mit einigen Ortsburschen im Franckenstein’schen Wald eine schmalstämmige Fichte ausgesucht, dazu für den Samstag die richtigen Schwalben aus dem Ortsteil Buch geordert. Und so konnte er, der letztes Jahr sein Spiel als Aktiver der AH-Mannschaft des ASV tatsächlich verpasst hatte, sich heuer rechtzeitig verabschieden. Zum Fußballspiel, das pünktlich um 17 Uhr nebenan begann.

Vorher hatten sich die Ortsburschen jedoch mächtig ins Zeug gelegt, den Baum in die Senkrechte zu bringen. Unterstützt von präzisen Kommandos des Bürgermeisters oder den Zurufen aus dem Publikum. Nur als einer krähte „Su an Baam stelld ma in zwanzg Minudden auf“, kam Protest. „Dann machs hald selba, du Debb“. Lang war die Fichte auf jeden Fall. Wie genau, war den lustigen Ortsburschen nicht zu entlocken. Auf jeden Fall aber länger als der Baum der Seebacher, so die Botschaft an die Nachbarn, mit denen man seit Jahren wegen der Länge der Kirchweihfichte konkurriert. Und die diesen Wettbewerb gern aufnehmen. Nach der Schätzung fachkundiger Zuschauer soll die Weisendorfer Fichte zwischen 30 und 34 Metern messen. Schwer sei sie jedenfalls, war von den Burschen zu erfahren. Und lang war der Weg von Schmiedelberg zurück durch den Wald allemal. Aber schattig sei er gewesen. Getränke waren auch dabei, so dass man die Burschen und ihre Liedla auf dem Rückweg schon von weither hörte. Ein kurzer Boxenstopp zum Nachschub tanken beim Getränkemarkt Trebisch – und schon ging es weiter zum Marktplatz. Während im Schatten die neu gegründete Ortsburschen-Band spielte, schmückten die Madla die Fichtenkrone in den weiß-blauen ASV-Farben, dazu mit optisch verfeinerndem Türkis. Es war übrigens das Ortsmadla Katrin aus dem großen und begabten Musiker-Clan Schmerler, die auf Wunsch der Band Noten für diesmal Liedla aus dem „Ballermann Repertoire“ schrieb. Mit denen hatte man sich erfolgreich zum traditionellen Spenden sammeln aufgemacht.

Mit Musik und einem Großteil der etwa 40 Ortsburschen ging die Rundtour weiter, gefolgt von einer langen Autoschlange. Ziel war die Rast bei der „Gretl“. Mit „Mir ham halt a Gretl in unserm Revier“ schmetternd, leiteten die Burschen eine längere Pause bei Ghäckbrot, Bier und Limo im Hof der Trebischs ein. Mal „sangen“ die Burschen ihre nicht immer verständlichen, oft derben Liedla. Mal spielte der erweiterte „Weisendorfer Sound Express“ flotte Weisen. Das Dutzend Madla legte nochmals letzte Hand beim Baum an, schmückte ihn mit Kränzen und Bändern. Dann ging es mit Musik zum Festplatz.

Dort haben die Ortsburschen für eine weitere Neuheit gesorgt, eine eigene Bar gleich neben dem Kirchweihbaum. Von hier lässt sich der Baum weit besser bewachen als vom Bauwagen aus, der allerdings weiterhin als Rückzugsort bleibt. An der stabilen und gegen Regen oder Kälte schützenden Bar aber lässt sich besser der eigene Durst löschen und schneller drohende Feinde erkennen. Allerdings – die Bar öffnet erst, wenn der Festwirt schließt. Man macht ihm keine Konkurrenz. Von den Gästen erwartet man, dass sie für das Konsumierte eine freiwillige Spende geben

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