Neuenbürg feiert: Kirchweih und 850. Geburtstag auf einmal


Das Kriegerdenkmal inmitten des schmucken kleinen Ortsteils, wo am Sonntag der Gefallenene gedcht wird.

Das Kriegerdenkmal inmitten des schmucken kleinen Ortsteils, wo am Sonntag der Gefallenen gedacht wird.

Groß ist der kleine Weisendorfer Ortsteil mit aktuell 144 Einwohnern wahrlich nicht. Aber alt ist er. Und hartnäckig war ein ehemaliger Schlossherr, ging es um das Feiern einer Kirchweih.

Bereits 1165 sollen erstmals Urkunden von den Herren der „Nuvenburg“ berichtet haben, offenbar dem hiesigen Neuenbürg. Eine Kirchweih hat man zu der Zeit noch nicht gefeiert. Wohl aber fast auf das Jahr genau anno 1716. Allerdings eine recht kurze. Der damalige Schlossherr Johann Gottfried Ehrenreich Stettner von Grabenhof hatte im Jahr vorher, also 1715, mitbekommen, dass das benachbarte Weisendorf eine Kirchweih mit Markt durchgesetzt hatte. Folglich veranstaltete er als stolzer Angehöriger der Freien Reichsritterschaft im Jahr darauf gleichzeitig mit der Weisendorfer Kirchweih in seinem Schlosshof eine Kirchweih für die Untertanen, mit Musik, lustigem Treiben und Ständen mit Süßigkeiten und Krimskrams.

Daraufhin entsandte Herzogenaurachs fürstbischöflicher Amtmann – dem Protestanten Stettner von Grabenhof keinesfalls wohl gesonnen – sofort seinen Amtsknecht nach Neuenbürg, dem Schlossherrn mitzuteilen, dass die Kirchweih unerlaubterweise gefeiert werde. Vorschriften aber ließ sich ein Reichsritter von einem „armseligen Amtsknecht“ der Herzogenauracher nicht machen. Denn die waren dafür bekannt, sich in Angelegenheiten der Freien Reichsritterschaft nur zu gern einzumischen. Sofort schickte der Ritter einen „geharnischten Brief“ an den Amtmann und berief sich auf kaiserliche Dekrete, wonach er seinen „Kaiserlich Reichs-befreiten Schloßhof“ sehr wohl als Tanzplatz für seine Domestiken (Dienstboten) nutzen dürfe.

Aller Einspruch half nichts. Das Tanzen der Untertanen war zwar weiterhin erlaubt. Für die Einführung einer Kirchweih auf Neuenbürg fehlte als Voraussetzung aber eine Kirche. Seit 1879 gibt es sie. Das Erzbistum Bamberg erlaubte auf Antrag der neuen Besitzer, den Freiherren von Gagern, in der Schlosskapelle, einem geweihten Ort, künftig Messen feiern zu dürfen.

Das Kirchweihprogramm zum 850. Geburtstag von Neuenbürg ist etwas üppiger als anno 1716. Am Freitag ruft der Ex-Neuenbürger Heinz Götz (Messenger) mit „The Mystic Eyes“ ab 21 Uhr zum Rockabend im 500 Mann-Zelt. Um 20 Uhr beginnt das Warm-up.

Der Samstag startet mit einem Trödelmarkt von 8 bis 14 Uhr auf der Schloss-Wiese rund um das Festzelt, bei dem jedermann mitmachen kann . Gegen 18 Uhr ist dann offizielle Eröffnung mit Ehrengästen. Weisendorfs Erster Bürgermeister Heinrich Süß wird das Fass anstechen, für musikalische Unterhaltung sorgen die „Heckenmusikanten“.

Der Kirchweihsonntag beginnt um 9 Uhr am Kriegerdenkmal mit der Totenehrung. Um 9.30 folgt der Festgottesdienst im Zelt und ab 10 Uhr lockt der Frühschoppen mit Weißwurst und Brezen. Unterhaltsame Musik steuern die „Ehemaligen der Stadtjugendkapelle Herzogenaurach“ bei. Ab 11.30 Uhr gibt es dann Mittagstisch und ab 14 Uhr Kaffee und Kuchen und einen gemütlichen Festausklang mit vielfältigem Familienprogramm. Veranstalter der Kirchweih ist ein Zusammenschluss von Dorfgemeinschaft, Freiwilliger Feuerwehr und Andreas Hofer Schützen

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