„Gottes Ebenbilder“: fotografische Einblicke in die Lebenswelt dementer Menschen im Evangelischen Gemeindehaus


Pfarrerin Annette Lechner-Schmidt eröffnete die Ausstellung "Gottes Ebenbilder - Einblicke in die Lebenswelt dementer Menschen", übrigens mit deren Einverständnis.

Pfarrerin Annette Lechner-Schmidt eröffnete die Ausstellung „Gottes Ebenbilder – Einblicke in die Lebenswelt dementer Menschen“, übrigens mit deren Einverständnis.

Demenz ist nicht, wie oft angenommen, der totale Verlust der Persönlichkeit. Betroffene sind durchaus fähig, Freude, Schmerz, Wut oder Stolz auszudrücken oder in sich gekehrt zu bleiben. Der Fotograf Thomas Braner hat dies in Bildern eingefangen, Pfarrerin Annette Lechner-Schmidt hat die Ausstellung mit 25 schwarzweiß Fotografien ins evangelische Gemeindehaus geholt.

Sie ist nicht nur Pfarrerin, sondern auch Beauftragte für Altenheimseelsorge in Nürnberg. Und insofern auch mit der Kollegin Edith Öxler in München vernetzt, die gemeinsam mit Fotograf Braner beim Projekt Alzheimerdemenz verschiedene Menschen in der diakonischen Pflegeeinrichtung „Haus Elisabeth“ in Puchheim kennengelernt und mit ihnen intensiv gesprochen hat. Ziel war, die Vielfalt der Ausdrucksformen dementer Menschen zu erfassen, die allesamt ihr Einverständnis gaben und meinten „Ich will gesehen werden“. Ein Beweis dafür, dass die meisten Betroffenen aus ihrer Einsamkeit herausgeholt werden wollen, durchaus auf Impulse von außen reagieren. Und dass der Erkrankte stolz auf sein Leben ist, auch wenn die Einzelheiten mehr und mehr verschwinden.

Die Erkenntnis aus dieser intensiven Begegnung: Der Verstand geht weg, die Gefühle bleiben und sollten von Fachkräften weiterhin geweckt werden. Ein Anspruch, dem die Angehörigen selten gerecht werden können, zumal die Gesellschaft das Thema Demenz und mit ihr alle Betroffenen weitgehend ausblendet. Die Fachwelt nennt dies „sozialen Tod“. Die Kirche will dagegen ansteuern, zeigt deshalb auch die Fotos der Dementen. Denn trotz seiner Krankheit behalte der Mensch seine Würde, bleibe einmalig und unverwechselbar.

Die Ausstellung, die Pfarrerin Lechner-Schmidt nach dem dazu gehörigen Themengottesdienst im Gemeindehaus eröffnete, sollte informieren, Fragen beantworten, Eindrücke vermitteln und zum Gedankenaustausch anregen. Die Ausstellung, die auf allgemein großes Interesse stieß, ist bis 5. Juli werktags von 8-12 und 16-18 Uhr geöffnet, sonntags nach dem Gottesdienst oder nach Vereinbarung. Auch Schulklassen sind willkommen.

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