Kein Konsens bei Nachverdichtung: Opposition stimmt gegen kompakte Bebauung


Im Bauausschuss wurde heftig diskutiert, wie stark verdichtet künftig gebaut werden soll.

Im Bauausschuss wurde heftig diskutiert, wie stark verdichtet künftig gebaut werden soll.

Gewöhnlich herrscht in dieser Legislatur große Einigkeit bei Sitzungen. In der letzten des Bauausschusses aber gab es nicht nur ein knappes Ergebnis zur Abstimmung, sondern auch eine engagierte Diskussion darüber, warum manche Ausschussmitglieder entgegen ihrer eigentlichen Meinung anders abstimmen.

Es ging wieder um das Vorhaben der Leben+Raum Projektentwicklung, im Wiesenweg, einer Sackstraße, die letzte Lücke im alten Baugebiet mit einem kompakten Wohnkomplex zu füllen. Beim ersten Antrag auf Vorbescheid hatte der Ausschuss wie berichtet einstimmig die Befreiung von den Festsetzungen des Bebauungsplans zur Überschreitung der Baugrenze abgelehnt. Begründung: die Gebäudehöhe passe sich nicht der umgebenden Einzelhausbebauung an, Angaben zur Größe der fünf geplanten Wohnungen und Stellplätze würden fehlen, die schmale Straße verkrafte wohl nicht die dann steigende Zahl der Anwohner-Pkws.

Daraufhin war der Planfertiger beim Bauamt des Landratsamts vorstellig geworden und danach nochmals in der Kommune. Im nun vorliegenden Plan zum Antrag auf Vorbescheid war die Wohnungszahl auf vier reduziert, die Größe der Wohnungen und Stellplätze angegeben, eine neue Begründung zur   Überschreitung der Baugrenzen lag vor. Dennoch, zufrieden waren die Mitglieder des Ausschusses nicht. Trotzdem gab es Signale, dass man diesmal zustimmen würde. Begründung: Das Landratsamt würde wohl die Ablehnung „ersetzen“. Diese Auffassung brachte Günther Vogel (BWG) in Rage. Warum werde die ablehnende Meinung nicht durchgezogen? Weshalb zieht man die eigene Meinung zurück und lässt das Landratsamt entscheiden? Damit mache man sich als Ausschuss überflüssig und könne gleich „daheim bleiben“, polterte er. Fragen, ob der Abwasserkanal durch das Mehrfamilienhaus zu sehr belastet würde, wurden nicht geklärt, auch nicht ob die Nachbarn unterschreiben werden, die Gestaltung des Komplexes kam nicht zur Sprache. Grund: Es ging „ja nur um den Vorbescheid“. Und so beschied die knappe CSU und UWG-Mehrheit dann doch den Antrag auf Vorbescheid positiv mit 5:4 und genehmigte dazu die Überschreitung der Baugrenzen. BWG, SPD, FWW und Grüne votierten dagegen.

Länger diskutiert wurde auch ein Antrag zum Bauvorhaben im Baugebiet „Wohnpark Schlosswiese“, dort Schlosswiese 7. Das Problem war hier, dass der Grundstückszuschnitt in Teilen nicht dem geltenden Bebauungsplan entspricht. Nach der eingereichten Planung wurde demnach eine Befreiung zur geringen Überschreitung der südlichen Baugrenze für Wohnhaus, Garage und Carport notwendig. Die Dachneigung der letzteren darf der des Nachbarn angepasst werden. Der Beschluss fiel einstimmig. Genauso der zum Dachgeschossausbau in der Industriestraße 7. Das bestehende Gebäude wird auf zwei Stockwerke aufgestockt und bekommt ein Flachdach mit 3 Grad Dachneigung. Zudem dürfen zwei Schleppgauben gebaut werden, entgegen der Gaubensatzung mit nur drei anstatt zehn Grad Neigung.

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