Bebauungsplan für Buch löst heftige Diskussionen im Gemeinderat aus


Die Grünen-Fraktion war aus Prinzip gegen den aufgelegten Bebauungsplan „Buch–östlich der Hopfenleithe“. Ihre Kollegen der anderen Fraktionen folgten dagegen den Beschlussvorschlägen der Verwaltung. Dennoch begann die Sitzung mit einer heftigen Diskussion.

Gewöhnlich arbeitet man sich Punkt für Punkt durch die Stellungnahmen der Träger Öffentlicher Belange und die Einwendungen der Öffentlichkeit. Und stimmt dann jeweils darüber ab. Am Montag war das im Ratssaal anders. Norbert Maier erklärte vorab ausführlich, warum die Grünen generell nicht zustimmen werden. Was plötzlich zu einer lebhaften Diskussion führte, bis Hans Kreiner (CSU) der Kragen platzte. Ein Antrag zur Geschäftsordnung drohte. Doch der Erste Bürgermeister Heinrich Süß brachte den Sitzungsablauf wieder ins Lot und arbeitete strukturiert positive wie negative Einwendungen ab. Untere Naturschutzbehörde und Landratsamt verweigerten die Zustimmung, sahen eine „deutliche Abweichung“ der vorgelegten Planung vom Flächennutzungsplan (FNP). Zudem fehle eine Ausgleichsfläche und die spezielle artenschutzrechtliche Prüfung (saP). Die, so der Bürgermeister, sei jahreszeitlich bedingt in Verzug und werden nachgereicht, der ökologische Ausgleich erfolge über das Ökokonto des Marktorts und der Geltungsbereich des Bebauungsplans werde so weit zurückgenommen, dass die Änderung des FNPs überflüssig werde. Der Bauernverband machte darauf aufmerksam, dass von benachbarter Landwirtschaft ausgehende Emissionen von künftigen Grundstückseigentümern zu dulden seien. Und der Bund Naturschutz kritisierte den weiteren Flächenverbrauch, der der Zielsetzung des Freistaats zur Flächen sparenden Siedlungsentwicklung widerspreche. Im Ortsteil, so war man sich jedoch mehrheitlich einig, stünden die wenigen innerorts privaten Baulücken nicht zum Verkauf. Die Neuerschließung sei deshalb zwingend.

Bereitwillig ging man auf den Vorschlag einer Bürgerin ein, die Grenze der Bebauung um drei Meter nach Osten zu verschieben, damit die Grundstücke effizienter genutzt werden können. Und zur Forderung von Günther Vogel, BWG, doch bald den FNP zu überarbeiten, erklärte Heinrich Süß, wie er sich die jeweilige Entwicklung der Ortsteile vorstelle (hier nachzulesen). Norbert Maier beharrte ebenfalls auf eine Änderung. Bei der rasanten baulichen Entwicklung könne man den FNP durchaus schon nach elf Jahren überplanen und nicht wie allgemein üblich nach 15 Jahren. Auch bei der Abstimmung zum Namen des neuen Baugebiets mit 31 Bauplätzen blieben die Grünen konsequent. Sie stimmten gegen den Namen „Feldweiher“, der schon in der historischen Feldkarte von 1828 stand. Damals soll es in Buch ganze sieben Bauernhöfe gegeben haben.

Nach der Einarbeitung der Beschlüsse wird der Entwurf des Bebauungsplans mit integriertem Grünordnungsplan im Rathaus für interessierte Bürger nochmals über einen Monat ausliegen.

 

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