Pläne bereits sehr konkret: Schlossgarten in Weisendorf soll für alle ein attraktiver Ort werden


Durch Teilung und Verkauf des Guttenberg’schen Schlossparks sowohl an das Säkularinstitut „Notre Dame de Vie“ als auch die Gemeinde erwachte der Park Ende der 70er-Jahre des letzten Jahrhunderts allmählich aus seinem Dornröschenschlaf. Die neuen Eigentümer begannen aufzuräumen, die Gemeinde dachte über Gestaltung und Nutzung des Parks nach.

Der weitaus größere Teil gehört „Notre Dame de Vie“. Das Areal, das die Gemeinde von Baron von und zu Guttenberg erwarb, reicht von der Höchstadter und Erlanger Straße bis hin zum Windflügel und im Süden über die Schlossgartenstraße hinaus bis zum Sauerheimer Graben. Zunächst ging es ans Beseitigen von Bauschutt und Müll, mit dem der Schlossverwalter die Sprunghöhe des Geländes zur Erlanger Straße auffüllen ließ, dort Baugelände zu schaffen. Ein künftiges Baugebiet hatte die Gemeinde wohl ebenfalls im Sinn, nur kleiner. Denn bereits 1977 war für das Areal des ehemaligen Barockgartens ein Bebauungsplan in Kraft getreten, die Erschließung stand noch aus. Für den Geländekauf waren 1980 staatliche Gelder geflossen. 1981 verlangte die Regierung in Ansbach Genaueres zur Gestaltung des übrig gebliebenen Englischen Gartens jenseits des barocken Laubengangs und der südlich gelegenen Schlosswiese. Also ließ Bürgermeister Michael Trescher einen Plan erarbeiten. Die Regierung tat ihn als „unqualifiziert“ ab und drohte mit der Rückforderung der Zahlung. Dennoch verharrte die Gemeinde in Untätigkeit.

Ende 1982 fertigte der Vorsitzende des Heimatvereins, Architekt Josef Maier, dann einen Plan, der Regierung wie Gemeinderat und den befragten Bürgern gefiel. Anfang 1984 gab die Regierung nach einigen Änderungen grünes Licht und sagte Zuschüsse zu, verbunden jedoch mit strengen Auflagen und der Pflicht zur akribischen Dokumentation. Das gefiel Weisendorfs Bauausschuss nicht. So viel Kontrolle, dann wolle man lieber auf die Förderung verzichten. Als im September 1984 Ansbach forderte, „nicht nur kaufen, sondern machen“, ließ man 1985 dann doch fast alle Wege nach dem Maier’schen Konzept per Fachmann anlegen, dazu Bäume pflanzen. Die im Rathaus archivierten Rechnungen beweisen dies.

Die Gesamtmaßnahme aber nach strengen Regierungsbedingungen durchziehen, obwohl die Finanzierung der zentralen Wasserversorgung und der Bau der Mehrzweckhalle anstand? Einstimmig verzichtete man auf weitere Förderung und wollte den Ausbau schrittweise angehen, was dann doch unterblieb. Sogar das benachbarte Säkularinstitut hatte bei der Sanierung damals kurz Ärger mit den Behörden. Mitte Oktober 1983 verfügte das Landratsamt einen Baustopp. Zu viel Erde war bewegt, zu viele Bäume gefällt worden. Zudem fehlte ein Bauantrag.

All die Probleme, auch die finanziellen gibt es bei der jetzt anstehenden Neugestaltung des Schlossgartens nicht, auch wenn die Sanierungskosten heute wie damals mit 500.000 DM, jetzt Euro betragen. Eben hat das Nürnberger Planungsbüro Topos Team im Rathaus den Vorentwurf präsentiert. Und einstimmige Zustimmung und Lob der Räte bekommen: Zu den Grundelementen des künftig vielfältig nutzbaren Erlebnisraums mit großem Freizeit- und Erholungswert gehören barrierefreie Gestaltung, hohe Bäume, bunt blühende Hecken und Sträucher, Sitzbereiche, Kinderspielplatz, ein Erlebnisraum Wasser, ein Bewegungsparcours, eine Bühne auf dem Regenrückhaltebecken und neue, moderne Skulpturen. Die bisher dicht stehenden Bäume, manche bis 33 Meter hoch, haben durch Schattenwurf nicht nur andere zerstört, sondern sind selbst krank, insgesamt 30. Manche müssen gefällt, andere sollen entsprechend behandelt werden. Neu zu pflanzen vorgesehen sind auch Schatten vertragende wie Sommerlinde, Ulme, Eis-/Vogelbeere, Rhododendron als Unterwuchs

Planer Dieter Blase informierte auch zum Ablauf der Arbeiten. Nach der Bestandskartierung folgten Fällung der Bäume, Begutachtung mit zuständigen Stellen, auch dem Denkmalschutz, der keine Rekonstruktion fordere. Bis Juni sollen Vorschläge und Ideen in den Plan eingearbeitet sein, im Herbst beginnen die Arbeiten. Zur Bürgerinformation wird die Planung auf die Homepage der Gemeinde gestellt. Am 21. Mai ist dazu das Topos Team von 16.30 bis 18.00 Uhr im Rathaus.

Lesen im ersten Teil unserer dreiteiligen Schlossgarten-Serie, wie sich Weisendorfer an ihre Kindheit und Jugend im Schlossgarten erinnern. Im zweiten Teil erinnern wir an die Zeit des Verfalls des Schlossgartens bis zur Öffnung des Geländes für die Bevölkerung im Jahr 1957.

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2 Kommentare

  1. […] Schmidt widmete sich dann per Powerpoint-Präsentation detailliert der Planung zum Schlossgarten im Rahmen der Städtebauförderung. Auch der Breitbandausbau in den Ortsteilen und dem Kernort kam zur Sprache (lesen Sie hier den […]

  2. […] im April war die Planung vom zuständigen Topos team, Nürnberg in der Ratssitzung vorgestellt worden. Um auch die Bürger zu informieren, eventuelle Vorschläge oder Kritik zu erfahren, war am 21. Mai […]

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