Jahreshauptversammlung mit Eklat – Abgetretener 1. Vorstand des TC 98 verabschiedete sich mit einer Mitgliederbeschimpfung


Erst voll des Lobes über die Leistungen der Mannschaften und seiner eigenen, legte sich Achim Leuchtenberger in seinem Rückblick mit meist altgedienten Mitgliedern an. Die hielten ihm ihrerseits den Spiegel vor und sparten nicht mit Kritik. Die anschließenden Neuwahlen ergaben eine alters- und wieder geschlechtergemischte Vorstandschaft.

„So, wie du dich hier benimmst, hast du auch die Sitzungen geführt.“ (Willi Hahn äussert Kritik am scheidenden Vorsitzenden)

In seinem Rückblick, meinte Leuchtenberger, er habe 2009 „bei seiner keineswegs schönen Amtsübernahme einen überalterten Dorfverein übernommen“. Während er dann dem Verein zu „Internationalität durch Zweisprachigkeit“ verholfen, damit neue Mitglieder „angezogen“ und das Durchschnittsalter durch in der Tat engagierte Jugendarbeit verjüngt habe. Auch einen 4. Platz habe er geschaffen. Warum, so empörte er sich, habe ihm Sportwart Andreas Klenke nicht für diese Leistungen gedankt? Bei seiner Attacke rechnete er auch mit all jenen ab, die nach seiner Meinung unengagiert seinen Vorschlägen nicht gefolgt waren. Besonders mit jenen, die nicht „freiwillig“ die von ihm geforderten 100 Euro für den Bau des 4. Platzes gezahlt hatten. In der damals einberufenen Versammlung wollte Leuchtenberger die Zahlung zur Pflicht machen, scheiterte aber am Widerstand seiner Kritiker. Er habe den Verein zum „Superverein“ gemacht, Mitgliederzahl (168) und Jugendanteil erhöht, 2015 seien neun Mannschaften gemeldet.

Die Empörung der Mitglieder stieg zusehends. Ingrid Steidl, früher Schriftführerin, Breitensportwartin und jetzt engagiert beim Hobby-Tennis verwahrte sich energisch gegen den Begriff „überaltert“. Die Frage kam, wo denn am heutigen Abend die neuen engagierten internationalen Mitglieder seien. Dazu der Vorwurf, dass Achim Leuchtenberger aus dem ehemals rührigen Verein mit geselligem Leben einen reinen Mannschaftsbetrieb gemacht habe. Und Senior Waldi Lunz verwies höchst erregt auf die damaligen enormen Leistungen der Mitglieder beim Bau der drei Plätze. Provokant war auch die Frage an Leuchtenberger, warum gleich drei Leute aus der Vorstandschaft zurückträten. Willi Hahn lieferte dazu eine Erklärung: „So, wie du dich hier benimmst, hast du auch die Sitzungen geführt“. Andreas Klenke, der vorher vom Vorsitzenden sichtlich erregt bezichtigt worden war, ihn gezielt gestürzt zu haben, konterte dem gelassen mit dem Protokoll der Februarsitzung. Worin steht, dass Achim Leuchtenberger ihn gefragt habe, ob er für den 1. Vorstand kandidieren würde. Bereits im Januar-Protokoll waren folgende Rücktritte angekündigt worden: Andreas Klenke wolle die Sportwartfunktion aufgeben, weil private Auslandsaufenthalte meist mit Medenspiel- und Meisterschaftsterminen kollidierten, stand da. Kassier Klaus Kübler sei zusehends stärker beruflich im Außendienst gebunden und Schriftführerin Petra Embacher wolle sich mehr ihrem literarischen Hobby widmen.

Mit dieser Klarstellung war die Ruhe für Neuwahlen unter den 29 Anwesenden hergestellt. Fast alle Kandidaten erzielten Einstimmigkeit. Vor der doch merkwürdigen Abschiedsrede hatte Leuchtenberger das „super-erfolgreiche“ 2014 als Jahr der Frauen gelobt, beide Mannschaften waren aufgestiegen. Auch die „Super-Jugend“ bekam sein Lob. Für erschrockenes Staunen sorgte Leuchtenberger dann, als er nebenbei bekannte, dass er die vom BLSV angeforderten Unterlagen zur Förderung des 4. Platzes im Original eingereicht habe, ohne vorher Rechnungen und Pachtvertrag zu kopieren. Die ausführlichen Berichte von Sport- und Jugendsportwart folgten. Und dann verabschiedete Sportwart Klenke den bisherigen Jugendsportwart Ludwig Paulus, der sich über 20 Jahre in der Jugendarbeit äußerst verdient gemacht habe. Paulus hatte zu Beginn auch als jahrgangsältester Gemeinderat im Namen aller verhinderten Bürgermeister Grüße überbracht. Kassier Klaus Kübler referierte kurz zur Kassenlage. Der Verein stünde auf gesunden finanziellen Füßen, müsse aber weiter 60.000 Euro Darlehensschulden abzahlen.

Und Andreas Klenke oblag es, die Versammlung mit der Aufmunterung zu verabschieden: „Wenn ihr meint, dass wir Fehler machen, sagt uns das“.

Neu gewählt:

  • 1. Vorstand Andreas Klenke
  • 2. Vorstand Antje Birkel
  • Kassenwartin Uschi Strässer
  • Schriftführerin Petra Embacher (kommissarisch bis 30. Juni)
  • Sportwart Pascal Dellermann
  • Jugendsportwart Vincent Schlüter
  • Kassenprüfer Ingrid Doil / Thomas Embacher.

Die Historie des TC 98

  • 1977 15 am Tennissport Interessierte formieren sich als Tennisabteilung im ASV Weisendorf, Spielbetrieb auf dem Hartplatz des Schulsportplatzes
  • 1984 Bau von 3 Sandplätzen auf dem ASV-Sportgelände. Die Mitgliederzahl steigt rasant.
  • 1994 Boom! 180 Mitglieder, dazu 100 Interessierte auf der Warteliste!!
  • 1997 Zum Jahresende trennt sich die Tennisabteilung per Mitgliederbeschluss vom ASV
  • 1998 Im Januar Gründung des TC 98 Weisendorf, weiterhin als Pächter auf dem ASV-Gelände, bis ein eigenes Terrain gefunden ist.
  • 2001 Unterpachtvertrag mit dem Heimatverein, der am Rötelberg einen Erbbauvertrag auf 99 Jahre hat.
  • 2005 Baubeginn, gleichzeitig Vorstandswechsel. Günther Poser, der über Jahre den Verein geführt, die Planung, auch die schwierige und teure Trennung vom ASV geführt hat, tritt aus Gesundheitsgründen zurück. Er wird gerade noch die Einweihung der neuen Anlage erleben. Rainer Schilling, zweiter Vorstand, springt spontan ein und leitet zusammen mit dem Bauausschuss die Arbeiten zum Bau des Vereinsheims und die Erschließung, großteils von den Mitgliedern geleistet.
  • 2006 Vereinsheim und 3 Sandplätze sind zu Beginn der Medenspiele fertig. Bald spielen dort fünf Mannschaften.
  • 2009 Verschiebung der Neuwahlen im April. Weil weitere Erschließungskosten drohen, bleibt die Vorstandschaft im Amt.
  • 2009 Im November ist dies geklärt. Das seit Jahrzehnten in wechselnden Funktionen erfolgreiche Führungsteam Christa Förster und Rainer Schilling tritt zurück. Achim Leuchtenberger (1.) wird Nachfolger, seit einem halben Jahr im Verein. Ine Seemann (2.) kennt man seit vier Jahren als Mannschaftsspielerin. Mitgliederstand: 180, davon 50 Kinder.
  • 2013 Im März beginnt der Bau des vierten Platzes, den eine größere Zahl kritisiert.
  • 2013 Ine Seemann tritt zurück, ihr Nachfolger wird Hannes Wobornik. Im November tritt Achim Leuchtenberger zurück, macht kommissarisch weiter.
  • 2014 Leuchtenberger kandidiert im März für weitere 12 Monate. Nach langer Suche ist Pascal Dellermann als 2. Vorstand gewonnen. Die Auflösung des Vereins drohte, berichtete die NN.
  • 2015 Reguläre Neuwahlen: Andreas Klenke (1.) und Antje Birkel (2.) kandidieren und werden gewählt.
Neue Vorstandschaft

Neue Vorstandschaft

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