Malen mit Stoffen und Nähen mit Farben – In der Galerie fuenFinga betören bis März die Patchwork-Werke dreier Textilkünstlerinnen


Der Begriff Patchwork kommt aus dem Englischen und bezeichnet eine Form der Textiltechnik, bei der Reste verschiedener Materialien verwendet werden, um neue Textilien anzufertigen. Das, was bis Anfang März jeweils samstags in der Galerie inmitten des Ortskerns zu sehen ist, geht weit über diese schlichte Definition hinaus.

Mit der jüngsten Ausstellung ist es Galerist Johannes Birzer aus Rezelsdorf erneut gelungen, besondere regionale Kunst in den Marktort zu holen. Kennern war das offenbar bewusst. Über 70 Gäste drängten sich bei der Vernissage am Freitag und bewunderten die Werke von Livia Vogel, Herzogenaurach, Elfi Martschinke, Adelsdorf und Maria Kreiss, Erlangen. Ihre gemeinsame Leidenschaft, so der Galerist bei der Eröffnung, heiße zwar Patchwork, sei jedoch eine sehr unzureichende Bezeichnung. Denn ihre Bilder haben sich weit vom initialen Ausgangspunkt ihrer Kunst entfernt. Würden an pure Malerei erinnern und seien dennoch etwas ganz anderes. Gemalt mit der Nähmaschine, mit genähten Farben, was der Ausstellung den Titel „genähte Farben“ gab.

Die gezeigten 47 Bilder machen deutlich, dass sich die moderne Textilkunst von ihrem Ursprung, eine Steppdecke zu nähen – englisch Quilt – inzwischen weit entfernt hat. Die Motive orientieren sich nicht mehr an traditionell geometrischen Mustern. Die Künstler lassen sich vielmehr von der Natur inspirieren, von ihren ganz persönlichen Erfahrungen, ihren Vorlieben, der Fantasie. Die verwendeten Stoffe – Seide bis Grobes, Kompaktes – das Nähgarn, das auch mal glitzert und durchaus mit per Hand aufgenähter Perlen ergänzt werden kann, setzen sie dekorativ, plastisch oder frei gestaltet ein. Und arbeiten mit ihnen im Grund genommen wie mit Farbe, nähen sie rein auf oder ineinander vermischt, überlagert oder übereinander gesetzt. Und erzeugen so spannende Perspektiven und Strukturen. Dies gibt den Bildern ihre besondere Ausstrahlung. Sie wirken weicher, sanfter, plastischer als klassisch Gemaltes.

Die drei Künstlerinnen zeigen mit ihren Themen wie „Nebel in der fränkischen Schweiz“, „Tiefseetaucher“, „Kostbarkeiten“, sogar Hundertwasser – was sonst“ oder „Baum des Lebens“ (nach Klimt) ein breites Spektrum ihres Könnens und überraschen mit oft ungewohnten Blickwinkeln und neuen Interpretationen.

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