Bürgerinitiative gibt ihren Widerstand gegen das Windrad bei Rezelsdorf nicht auf


Bei der jüngsten Versammlung waren wieder viele Bürger anwesend, die sich über die Windräder bei Rezelsdorf informieren und ihren Widerstand dagegen formulieren wollten.

Bei der jüngsten Versammlung waren wieder viele Bürger anwesend, die sich über die Windräder bei Rezelsdorf informieren und ihren Widerstand dagegen formulieren wollten.

Was Bürgermeister Süß nach der letzten Ratssitzung auf Nachfrage der Grünen vermutet hatte, ist eingetreten. Das Landratsamt Neustadt/Aisch-Bad Windsheim erließ am 19. November den Vorbescheid für die zwei Windräder auf Dachsbacher Gebiet. Planer Dornauer nahm das Rezelsdorfer Windrad aus dem Verfahren. Und die BI in Rezelsdorf kündigte bei ihrer Info-Veranstaltung an, auch gegen die Dachsbacher Windräder kämpfen zu wollen.

Am Abend des 19. Novembers ging Wolfgang Leideck, Sprecher der Bürgerinitiative WKA Rezelsdorf, noch davon aus, dass das federführende Landratsamt NEA den Vorbescheid verweigert, weil das Landratsamt Erlangen-Höchstadt – mit Mitspracherecht ausgestattet – Verfahrensfehler festgestellt hätte. „Man weiß, dass wir dann klagen würden“. Beim Treffen im Landgasthaus Lunz bekannte Leideck gegenüber den etwa 70 Anwesenden – eingeladen waren Bürger aus Rezelsdorf, Sintmann, Sauerheim, Traishöchstadt, Arnshöchstadt und der Gemeinderat, dass er, Leideck, inzwischen vom Standort- zum Windkraftgegner geworden wäre. Er war der Einladung von Ministerin Ilse Aigner nach München gefolgt, hatte bei Landrat Alexander Tritthart ein offenes Gespräch „auf Augenhöhe“, während der Termin bei Landrat Helmut Weiß noch ausstünde.

Die Vorgehensweise der Neustädter habe bei ihm den Eindruck erweckt, dass „mit Druck etwas durchgezogen werden soll“. Die 10H-Regelung – nach ihr muss ein Windrad zehnmal so viel Abstand von Siedlungen haben wie es hoch ist – würde in Dachsbach wie „bei uns“ greifen, erklärte er auf Nachfrage eines Bürgers, denn der Antrag auf Vorbescheid sei zu spät eingereicht. „Unsinn“ sei es zu behaupten, dass 10H den Bau weiterer Windräder verhindere. Wo man sich einig zum Abstand sei, ginge es sehr wohl.

Zum aktuellen Stand stellte Leideck fest „Wir sind weiter, als wir uns jemals für Rezelsdorf vorstellen konnten. Um die beiden anderen Windräder werde man sich jetzt auch kümmern“. Grund: Durch die 10H-Regelung bewege sich der Abstand überall im 2000 m-Bereich. Man müsse mindesten 50 Unterstützer finden. Gesucht seien auch solche, die der BI zuarbeiten und Informationen liefern. Vorher schon hatte der BI-Sprecher ins Publikum gefragt, wer denn „heute Windräder möchte?“. Keine Hand hob sich. Dafür gab es Fragen und Kritik. Warum rode man den Wald, wenn es so viele leere Flächen gibt? Das Recht auf Gesundheit sei durch das Grundgesetz, Art. 2 garantiert, kam ein Hinweis. Eine Bürgerin berichtete von ihrem Hund, der in Nähe eines Windrads das Laufen verweigerte und getragen werden musste. Die Angst vor Infraschall wurde thematisiert. Laut Untersuchungen könne er Tinnitus, Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit und mehr auslösen. Die Anzahl der Windräder wachse, so Leideck. Niemand könne sagen, was dann sei, wenn 250.000 Windräder in Deutschland stünden

Erregt und teils aggressiv wurde die Stimmung, als Christian Wosegien zu Wort kam. Der Vertreter der Ortsgruppe Seebachgrund vom Bund Naturschutz, eingeladen die Windkraftgegner zu unterstützen, bekam eine gehörige Tracht verbaler Prügel. Womit er nicht gerechnet hatte, stellte er hinterher freimütig fest. Und sagte an die Adresse der Gegner „Diesen Widerstand hätte ich mir auch bei der Biogas-Anlage gewünscht“. Er befürworte die Windkraft, meinte er zum Rezelsdorfer Windrad, sehe dort Flora und Vogelschutz als nicht beeinträchtigt und verwies zur Abholzung des Waldes auf das System der Ausgleichsflächen. Von diesen Flächen, so stellte sich schnell heraus, erwarteten manche Bürger eine 1:1-Umsetzung. Und weil das nicht vorgesehen ist, lehnen sie jedweden Eingriff in die Natur ab. Oder: „30 Jahre braucht der Wald zum Nachwachsen? Da bin ich schon tot. Lasst den Wald“.

Der Vorwurf, dass die Behörden unzulänglich gearbeitet hätten, stützt sich auf ein angrenzendes Schutzgebiet (FFH). BI-Sprecherin Susanne Hausmann hat dies nach Sitzungsende gegenüber den NN erklärt. Und auch bemängelt, dass die Gemeinderäte Entscheidungen träfen, ohne sich vorher fachlich ins Thema einzuarbeiten. Damit  griff sie die im Saal vorherrschende Meinung auf – dem Ehrenamt beim Naturschutz gegenüber wie den Räten. Dass den Beschlüssen im Rathaussaal eingehende Prüfungen der Fachabteilungen im Landratsamt vorausgehen, der Regionalplan nicht dort, sondern bei der Regierung in Ansbach erstellt wird, das schien vielen Bürgern nicht klar zu sein.

Wie das Projekt in Rezelsdorf doch realisiert werden könne, darüber hatte zuvor Wolfgang Leideck berichtet. Ein Gemeinderat und Bürgermeister Süß hätten ihn informiert. Die Kommune müsse für den Standort im Regionalplan eine Bauleitplanung einleiten. „Ob ein Planer bzw. ein Investor dies in Zukunft in unserer windschwachen Region noch auf sich nehmen will, wage ich zu bezweifeln,“ hatte Heinrich Süß mitgeteilt und gegenüber der Presse bestätigt.

Auf Nachfrage bei Dornauer war zu erfahren, dass er nach einer Adventspause – schließlich betreibt er eine Gärtnerei – „weiter machen will“. Zunächst freut er sich über den Vorbescheid, dem Prüfungen jedweder Art voraus gegangen sind, sei es von Abfallrecht über Bodenschutz bis  zu schädlichen Umwelteinwirkungen.

Neuste Infos gibt die BI jeden Mittwoch in der Mitte des Monats von 19.30 bis 20 Uhr, erstmals am 10. Dezember im Gasthaus Lunz.

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