„Für die Familie kann man nichts“ – Theatergruppe lädt am letzten Novemberwochenende zur „rabenschwarzen“ Komödie


Wenn die nebligen Tage kürzer, die dunklen Abende länger werden, dann verfällt mancher in Melancholie. Was für ein Glück, dass dann seit Jahrzehnten die Theatergruppe des Marktes mit einer spritzigen Komödie die Lachmuskeln aufweckt. Drei Akte, ganze 120 Minuten lang, kann sich das Publikum heuer darüber amüsieren, dass diese Familie auf der Bühne keineswegs den Vorstellungen einer „normalen“ entspricht.

Vier der fünf Geschwister Beierle haben eine echte Macke. Nur Friedhelm (Hans Kreiner) ist ein „weißes“ Schaf inmitten der verwandten „schwarzen“. Friedhelm, schon etwas in die Jahre gekommen, hat endlich Doris, seine Traumfrau gefunden (Karin Zenger). Noch hat er sie nicht seinen Geschwister vorgestellt. Aus gutem Grund. Denn Bruder Willi (Jan Maxeiner) ist zwar ein grandioser Computerspezialist, aber auch ein Hacker, der selbst davor nicht zurück scheut, digital ins Kanzleramt einzudringen und Falschmeldungen per Mail zu verbreiten. Was dort große Verwirrung auslöst. Schwester Hermine (Marion Conaway) stinkt nach ihrem Indien-Urlaub zum Himmel. Seit ihrer Rückkehr hat sie sich und ihre Kleidung nicht mehr gewaschen, befragt lieber Karten und Sterne, beschwört Geister. Die andere Schwester, Gertrud (Christa Schacher), hat den Kühlschrank als ihren Lieblingsort erkoren. Ihre Leidenschaft ist es zu essen. Und Bruder Hubbi (Rainer Cittrich) ist steter Erfinder etwas sehr außergewöhnlicher Dinge, dazu stottert er schrecklich.

Weiter mischt Hermines beste Freundin Gundula (Karin Süß) ebenfalls stotternd mit. Die Nachbarin Traudel, eine Steuerberaterin (Manuela Butzbacher) trägt zum Chaos bei, besonders als sie auf den besten Freund des braven Friedhelm, den Staatsbeamten Gerd trifft (Paul Fahrian). Anna (Mona Schlegel), Nachhilfeschülerin des Computerhackers, ist mit von der Partie, dazu die pragmatische Putzfrau Frieda (Elisabeth Ort) – und die Leiche Albert (Andreas Haagen). Denn Willi, der Computerhacker, hat einen Job als Leichenwagenfahrer angenommen und muss seine Fracht kurzfristig zu Hause parken.

Schon bei den Proben, die seit September laufen, merkt man die große Spielfreude der Truppe, kombiniert mit jeder Menge Spaß und Engagement. Alte Hasen, was das Theaterspielen betrifft, wie auch die neu dazugekommenen Schauspieler scheuen keineswegs Manöverkritik, regen Verbesserungen an. Können sich aber jederzeit über sich selbst oder gemeinsam amüsieren. Ob bei Hängern, wenn der Text noch nicht sitzt und sie spontan improvisieren bis alle in lautes Gelächter ausbrechen. Oder bei jener stark gespielten Szene, als die bei Alkoholgenuss stets liebestolle Nachbarin Traudel derart wild über den sich heftig wehrenden Staatsbeamten Gerd herfällt, dass die Couch zu zerbrechen droht. Mehr soll nicht verraten werden. Nur der Tipp, dass auf die Gäste ein höchst unterhaltsamer Theaterabend in drei Akten wartet. Sie werden garantiert beschwingt und mit gut durchlüfteter Lunge nach Hause gehen.

Regie: Rainer Cittrich, Jan Maxeiner
Souffleuse: Jaqueline Mahlow
Maske: Ilse Freimann
Bühnenbild: Klaus Gerstendörfer, Karin Süß
Bühnenschmuck: Gärtnerei Groß

Veranstaltungsort Mehrzweckhalle:
Premiere ist Freitag, 28.11., 19.30 Uhr. Weitere Vorstellungen, Samstag, 29.11., 19.30 Uhr und Sonntagnachmittag, 30.11. bereits 15.30 Uhr.

Kartenvorverkauf (7,00/5,00 Euro) bei:
Getränkemarkt Trebisch, REWE-Center Zwingel, Hans Kreiner, Drosselweg 12. Tel.1087 oder den Theaterspielern.

 

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