Bürgerversammlung: Sind die Weisendorfer zufrieden oder resigniert?


Nur wenige Bürger stellten bei der für sie abgehalten Versammlung auch aktiv Fragen.

Nur wenige Bürger stellten bei der für sie abgehalten Versammlung auch aktiv Fragen.

Gerade mal 30 Bürger – darunter der halbe Gemeinderat – folgten der Einladung des Bürgermeisters. Nach seiner vorgetragenen einstündigen Erfolgsbilanz meldeten sich einige Engagierte zu Wort – und mussten erfahren, dass ihren Vorschlägen stets Verwaltungsanordnungen entgegen stünden.

Offenbar war die Mehrheit zufrieden. Vorab hatten nur zwei Bürger schriftliche Anfragen gestellt, die die Verwaltung weitergeleitet hat. Barbara Neubauer regte für die Erlanger Straße auf Höhe der Einmündung Am Windflügel eine Querungshilfe an, „um Kindern und älteren Menschen die Querung der Staatsstraße zu erleichtern“. Bekanntlich endet nach einigen Metern der nördliche Gehsteig, für manche Anwohner ist ein Überqueren unumgänglich. Aus Sicht des Staatlichen Bauamts und der Unfallkommission ist eine solche Hilfe nicht erforderlich, las Bürgermeister Alexander Tritthart vor, weil die östliche „Schwane“-Kreuzung mit Ampelanlage eine „sichere Querung der Straße“ ermögliche. Abgelehnt wurde auch der erneut vorgetragene Wunsch von Alfred Fahrmann, die Buswendeschleife von der Schule zum Friedhof nahe Reuth zu verlegen sowie den Ortsteil in den Öffentlichen Personennahverkehr einzubeziehen. Die Ortskernsanierung sehe zwar den Anschluss des Friedhofs vor, sie ziehe sich aber über 15 Jahre, meinte Tritthart. Den Anschluss Reuths an den ÖPNV werde er gern, aber wenig hoffnungsvoll im Landratsamt bereden.

Später hat Alfred Vahrmann unserer Zeitung gegenüber erklärt, dass seine Anfrage missverständlich behandelt worden sei. Schon drei Touren über Reuth pro Tag – früh und abends für die Pendler – wären bereits ein großer Gewinn für den Ortsteil. Keinesfalls akzeptabel, weil gefährlich ist nach Vahrmann weiterhin die Situation an der Einmündung der Reinersdorfer Straße von Reuth aus in die Staatsstraße nach Erlangen wegen des querenden Radwegs. Dort haben Autofahrer erst dann Sicht auf nahende – meist schnell fahrende – Radfahrer, wenn sie schon mit dem Kühler auf dem Radweg stehen. Deshalb hat Alfred Fahrmann den Vorschlag gemacht, den Radweg mit einem Vorfahrt-Schild auszustatten. Bei der Verkehrsschau waren sich Landratsamt, Staatliches Bauamt und Polizei aber einig, dass neben dem die Straße „begleitenden Radweg“ kein Schild aufgestellt werden dürfe. Autofahrer könnten dies missverstehen, erklärte Bürgermeister Tritthart.

Auch ein gemeinsames Nutzungsrecht des Gehsteigs innerorts entlang der Staatsstraße, fand keine Gnade, weil „für Fußgänger und Radfahrer zu gefährlich“. Erich Welker hatte dies bereits 2011 im Rathaus angeregt, nochmals aktuell in der Versammlung alle Vorstöße von Alfred Fahrmann unterstützt und schließlich den Zustand der Fahrbahndecke im Wohngebiet Zur alten Burg kritisiert. „Gleich ausbessern anstatt verrotten lassen, um dem totalen Ausbau zu entgehen“, sein Vorschlag. Dem der Bürgermeister so nicht folgen wollte und die bisherige Instandhaltung für genügend hielt. Ob damit fortzufahren oder ganz auszubauen sei, darüber entscheide letztendlich der Gemeinderat.

Reiner Jakob interessierte sich für den Zeitrahmen des Breitbandausbaus. Etwa ein Jahr würde die Bewältigung der 19 Förderstufen dauern, ein weiteres dann der Ausbau. Ob mit Telekom oder M-net? Es sei neutral auszuschreiben. Auf das Interesse von Thomas Ruppert stieß die schon länger ruhende Nutzung von Gaststätte und Kegelbahn in der Mehrzweckhalle. Lange habe man nach Pächtern gesucht, aber es scheiterte stets an einer Übernachtungsmöglichkeit, erfuhr er. Zwischenzeitlich habe man die Suche eingestellt, so Bürgermeister Tritthart, die Situation habe sich geändert. Eine neue Sporthalle soll gebaut werden, eventuell im westlichen Bereich, an die jetzige Mehrzweckhalle anschließend. Mehr Fragen kamen nicht, „weil ja doch nichts umzusetzen geht“, murmelte ein Resignierter.

Dem Resümee zur Arbeit der Verwaltung  stellte Tritthart Zahlen voran. Trotz Zuzugs in die neuen Baugebiete ist die Zahl der Einwohner um fünf auf 6605 gesunken, darunter 351 ausländische Mitbürger aus 62 Nationen. Auch die Geburten sanken, von 65 (2006) auf 48 (November 2013). Fleißig waren die „Regierenden“ mit 12 Gemeinderats- und 14 Ausschusssitzungen. Finanziell steht der Markt mit seinen 14 Ortsteilen gut da. Trotz vieler Investitionen konnten weiter Schulden abgebaut werden. Investiert wurde in die Generalsanierung des mittleren Schulgebäudes, in die KiTa Gerbersleithe, die Erweiterung der Schulsportanlage, den Bau einer Skate-Anlage. Beim Umbau zum Kreisverkehr ging die Gemeinde in Vorleistung, Straße und Gehweg der Lindenstraße wurden für die neue Bushaltestelle umgebaut. Tritthart sprach zur Bauleitplanung im Markt mit Ortsteilen, zur Sanierung der Ortsmitte, der Bürgerstiftung, an der auch der Markt beteiligt ist. Gern erinnerte er sich an das Jubiläumsjahr und dankte allen, die sich eingebracht haben.

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