Alexander Tritthart lobt „sein“ Weisendorf und hat keine Mühe mit Bürgerfragen


In seinem einstündigen Bericht zur Arbeit der Gemeindeverwaltung zeichnete Bürgermeister Tritthart bei der Bürgerversammlung am 17. Dezember 2012 ein lebendiges Bild einer Marktgemeinde mit stetig wachsender Einwohnerzahl. Dennoch fand nur ein Bruchteil der Bewohner — nämlich 20 plus sieben Gemeinderäte — den Weg ins Rathaus. Die aber gekommen waren, beschäftigten ihn mit Fragen und Anregungen ebenfalls eine Stunde lang. Ende Juni 2012 hatte der Marktort mit seinen Ortsteilen genau 6610 Einwohner und damit im Vergleich zum Vorjahr 83 Einwohner dazu gewonnen. Allein 63 Neubürger wurden im Marktort sesshaft. In der Gesamtgemeinde wohnen inzwischen Angehörige aus 66 Nationen.

Tritthart referierte dann zum 15 Millionen Euro starken Haushalt des ablaufenden Jahres, der sich im Verwaltungshaushalt (8,5 Millionen) um sieben Prozent und im Vermögenshaushalt (6,5 Millionen) um über neun Prozent gesteigert hat. Die Schulden konnten reduziert werden, wodurch auch die Pro-Kopf-Verschuldung fiel. Mit 312 Euro liegt sie erheblich unter dem Landesdurchschnitt von 746 Euro vergleichbarer Gemeinden. Nach einem Anstieg durch eine Kreditaufnahme soll sie weiter fallen. Erfreulich auch die Entwicklung der Steuereinnahmen. Bei der Gewerbesteuer erwartet man über 1,46 Millionen, die Einkommenssteuer wird rund 3,25 Millionen bringen, beides höchster Stand der letzten Jahre.

Grundstücke finden Käufer

Thema waren Hochbaumaßnahmen wie die Generalinstandsetzung des mittleren Schulgebäudes, die Erweiterung der Kita Gerbersleite und der Schulsportanlage, die künftige Skater-Anlage. Bekannte Straßenbaumaßnahmen kamen zur Sprache, die Bauleitplanung im Rahmen der Ortskernsanierung und die Erschließung neuer Baugebiete in der Gerbersleite-Ost. Sichtlich stolz berichtete Tritthart vom Verkaufserfolg der Abschnitte „Am Gerbersknock“ und „Am Ochsenweiher“. Für den erst im Sommer 2013 fertig werdenden vierten Bauabschnitt lägen bereits 120 Bewerbungen vor. Die Sanierung der Ortsmitte geht zügiger voran als erwartet. Dabei wurden gleich Wasser- und Abwasserleitungen erneuert. Die Regenüberlaufbecken in der Ortsmitte, Kanalsanierung und Lösungen zum Abwasser in den Ortsteilen standen auf der Liste, die Einführung der gesplitteten Abwassergebühr, die nicht nur eine neue Satzung, sondern für „Normal-Haushalte“ auch eine Kostenersparnis bringe.

Für den anschließenden Frageteil hatte nur ein einziger Bürger vorab Schriftliches eingereicht. Alfred Vahrmann macht seit langem Front gegen die Verkehrssituation in Reinersdorf an der Einmündung in die Staatsstraße. Dort sei der querende Radfahrer höchst gefährdet, solange seine Vorfahrt nicht per Verkehrszeichen geregelt werde. Vahrmann fand zwar beim Bürgermeister Unterstützung, nicht aber bei der Unfallkommission des Staatlichen Bauamts, die bei der Verkehrsschau der Kreuzung erneut keine Gefährlichkeit attestiert hat. Tritthart sagte zu, nicht locker zu lassen. Ähnliches gilt für die Situation in Boxbrunn, wo seit der Eröffnung eines Reiterhofs eine gefährliche Situation entstanden ist, weil die Reiter entlang der gekrümmten Straße parken und den Verkehr auf die Gegenfahrbahn zwingen. Tritthart will sich für ein Halteverbot oder das Parken auf Privatgrund einsetzen. Einen Parkplatz, und zwar den des katholischen Kindergartens, hatte auch Fragesteller Vahrmann im Visier. Er bat darum, dass künftig der gemeindliche Bauhof mit seinem schweren Gerät auf dem Areal Schnee räumt. Natürlich gegen Bezahlung. Der Bauhof, so der Rathauschef, sei ausgelastet, könne und dürfe aus verschiedensten Gründen nicht helfen. Selbst wenn im Fall der Kita die Gemeinde dann die Kosten für eine Fremdfirma mittragen müsse. Die Nutzung der Kegelbahn neben der nicht verpachteten Gaststätte lag auch in Vahrmanns Interesse. Er erfuhr, dass die Verwaltung nur Vereine mit einem haftenden Vorstand auf die Anlage lässt, so lange sich kein Pächter für den Gesamtkomplex gefunden habe.

Einige Bürger baten um Auskunft zum Ausbau der Telekommunikation. Schon in der Dezembersitzung werde sich der Gemeinderat mit dem VDSL 50-Ausbau befassen, im Januar kommt ein Fachmann der Telekom. Auf die Frage nach Energie durch Windkraft wurde bekannt, dass im „windschwachen“ Areal um den Marktort selbst Profis nicht investieren wollen. Ähnliches gelte für die Ausweitung der Nahwärmeversorgung in der Gerbersleite. Der energetische Standard neuer Häuser sei den Trägern des Hackschnitzelheizkraftwerks zu „unwirtschaftlich“. Wirtschaftliche Überlegungen sind es auch, dass die vor Jahren installierte gelbe Straßenbeleuchtung nicht gegen stromsparende LED-Leuchten ersetzt wird. Die Leuchten der ersten Stunde werden schrittweise ausgetauscht.

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